WordPress ist bekannt für verschiedenste Kinderkrankheiten, aber nicht viele sind so verbreitet wie lange Ladezeiten. Diese treten insbesondere bei WordPress Webseiten auf. Warum? Das CMS ist vergleichsweise anfängerfreundlich und man findet für so ziemlich jedes Anliegen ein Plugin. Dies führt oft dazu, dass sich über die Zeit unzählige Plugins anhäufen. So wird die Webseite nicht nur unübersichtlich, sondern vor allem langsam. Und wir wissen alle, die Ladezeit ist einer von über 200 Ranking Faktoren.

Warum Ladezeit entscheidend ist

Lange Ladezeiten schaden der Nutzerfreundlichkeit einer Webseite ungemein, Studien zeigen, dass viele Nutzer bereits bei einer Ladezeit von über drei Sekunden die Seite verlassen, bevor diese vollständig geladen hat. Jede Sekunde zusätzlicher Ladezeit verringert die Kundenzufriedenheit um ganze 16%. Damit sollte klar sein, dass für jeden ernsthaften Webseiten Besitzer Ladezeit-Optimierung an erster Stelle stehen sollte.

Jedoch schaden lange Ladezeiten nicht nur der Nutzerfreundlichkeit, auch für SEO ist diese ein maßgeblicher Faktor. Bereits im Januar 2018 kündigte Google Ladezeit als wichtigen Ranking Faktor für mobile Suchanfragen an. Wer daher starkes SEO und hohe Rankings auf Google und Co. anstrebt, sollte sich um die Ladezeit seiner Webseite kümmern.

Ladezeit richtig bestimmen

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie bestimme ich meine Ladezeit? Die Antwort ist gar nicht so simpel. Google selbst stellt das Tool Google PageSpeed Insights zur Verfügung, jedoch ist dieses fernab optimal zur konkreten Bestimmung der Ladezeit. Dieses sollte eher als Anhaltspunkt für Verbesserungen genutzt werden, die genaue Ladezeit kann damit leider nicht bestimmt werden.

In dieser Hinsicht ist das Pingdom Tool sowie GT Metrix besser geeignet. Diese geben ein einiges genaueres Bild der tatsächlichen Ladezeit einer Seite. Bevor daher Optimierungen vorgenommen werden, sollte die Seite auf allen drei Tools getestet werden. Während mögliche Optimierungen immer sinnvoll sind, sollten ab 4 Sekunden Ladezeit die Alarmglocken läuten, hier MUSS optimiert werden.

Gründe für lange Ladezeiten

Lange Ladezeiten können verschiedene Gründe haben. Um die Ursachen für deine Webseite zu bestimmen, solltest du auf die Empfehlungen von Google PageSpeed, Pingdom, sowie GT Metrix achten.

Die häufigsten Ursachen sind:

  • Ressourcen die das Rendering blockieren
  • Bilder in modernen Formaten bereitstellen
  • Nicht verwendetes CSS entfernen
  • Serverantwortzeit reduzieren
  • JavaScript komprimieren
  • Zu viele http Anfragen

Natürlich gibt es noch einige zusätzliche Ursachen für lange Ladezeiten, jedoch zeigt die Erfahrung, dass diese bei dem Großteil der WordPress Webseiten Probleme verursachen. Abgesehen von der Serverantwortzeit, gibt es für jedes der genannten Probleme WordPress Plugins, die deine Ladezeit und PageSpeed Bewertung verbessern.

Die Serverantwortzeit liegt allein am Hosting, mehr dazu findest du in diesem Guide um WordPress schneller zu machen.

WordPress Plugins für kürzere Ladezeiten

Bezüglich WordPress Performance Plugins gibt es sowohl grossartige Premium, als auch gratis Plugins. In dieser Anleitung werde ich insbesondere auf gratis Plugins eingehen.

Autoptimize

Autoptimize ist eines der nützlichsten WordPress Performance Plugins. Es optimiert sowohl CSS als auch HTML und JavaScript. Dies ist insbesondere bei der Verwendung von Page Buildern wichtig, welche oft ineffizient kodieren.

Autoptimize Settings

Im Plugin sollten lediglich die empfohlenen Grundeinstellungen aktiviert werden, ansonsten kann es insbesondere bei unerfahrenen Nutzern zu Problemen im Front End kommen.

WP Optimize

WP Optimize ist ein weiteres WordPress Performance Plugin. Hier reicht die gratis Version völlig aus. Nutzer sind dadurch in der Lage ihre Database zu optimieren.

In der Database werden zu ziemlich alle wichtigen Dinge einer WordPress Webseite gespeichert, leider auch unnötiges. Dazu gehören alte Drafts, Kommentare, Post Revision, Pingbacks, Spam sowie Transientes. Diese werden nicht gebraucht, können eine Webseite jedoch verlangsamen.

Wichtig, bevor eine Säuberung der Database vorgenommen wird, sollte ein Backup erstellt werden. Zwar habe ich noch nie die Erfahrung gemacht, dass etwas schief ging, jedoch sollte man hier auf der sicheren Seite sein.

WP Optimize Settings

Bei der Säuberung kann bei jeder Option ein Haken gesetzt werden. Vorher jedoch sichergehen, dass die Kommentare sowie Post Drafts gelöscht werden können.

WP Disable

WP Disable ist eines der wichtigsten Performance Plugins und für jeden WordPress Webseiten Besitzer ein must-have. Das WordPress CMS kommt automatisch mit einigen Funktionen, die für die meisten Nutzer unnötig sind, jedoch einiges an Ladezeit benötigen. Ohne die Hilfe eines Entwicklers können diese nur schwer abgeschalten werden. Daher sollte hier WP Disable genutzt werden.

Beispiele dieser Prozesse sind Google Maps, Emojis, Gravatars und mehr. Während diese Prozesse auf manchen Seiten gebraucht werden, laden sie oft bei allen Seiten im Hintergrund mit und beeinflussen so die Ladezeit der gesamten Domain.

WP Disable Einstellungen

Short Pixel

Im Gegensatz zu den anderen Plugins in dieser Anleitung, ist Short Pixel nicht direkt ein Performance Plugin. Der Zweck von Short Pixel ist das Minimieren von Bildern, hier können aus einem 400KB PNG schnell 30KB werden, das spart jede Menge Ladezeit.

Laut Google hat die durchschnittliche Seite einen Größe von 320KB, falls man daher mehrere Bilder auf einer Seite unterbringen möchte, muss optimiert werden.

Short Pixel als WordPress Plugin optimiert Bilder automatisch beim Upload. Dies ist zwar sehr geschickt, jedoch oft nicht optimal. Meiner Erfahrung nach sollten Bilder weiterhin manuell dimensioniert und danach optimiert werden. Dazu einfach das Bild mit Hilfe von Paint 3D oder ähnlichem richtig dimensionieren und anschließend auf der Webseite von Short Pixel optimieren. Hier kann zwischen den Optimierungs-Leveln „Lossy“ und „Glossy“ experimentiert werden. Ziel sollte es sein ein Bild von minimaler Größe, mit akzeptabler Qualität zu bekommen.

Short Pixel

Plugin Organizer

Der Plugin Organizer ist insbesondere für Seiten mit vielen Plugins essentiell. Plugins wie Contact Form 7 oder Tickera werden meist lediglich auf der Kontaktseite gebraucht, laden dennoch auch anderen Seiten im Hintergrund mit. Das macht deine WordPress Webseite langsam. Kommen mehrere dieser Plugins zusammen, kann dies schnell ein bis zwei Sekunden Ladezeit kosten.

Eine Lösung für dieses Problem, ist der Plugin Organizer. Dieser ermöglicht es Plugins und deren Skripte für bestimmte Seiten zu deaktivieren. Das kann deine Ladezeit drastisch verbessern.

Einer meiner Kunden hatte mit über 40 aktiven Plugins über 200 http Anfragen auf einer Seite. Grund dafür waren unter anderem unnötige Plugins. Mit Hilfe des Plugin Organizers konnte diese auf 60 reduziert werden und die Ladezeit um zwei Sekunden verbessert werden.

Auch wenn der Plugin Organizer Dinge ermöglicht, für die sonst ein Entwickler nötig wäre, muss es mit absoluter Vorsicht genutzt werden. Plugins für bestimmte Seiten zu deaktivieren kann katastrophale Auswirkungen auf die Seite haben. Angenommen du nutzt einen PageBuilder wie Elementor. Wird hier Elementor für eine bestimmte Seite deaktiviert, kann diese nichtmehr angezeigt werden.

Es ist also unabdinglich sicherzustellen welche Plugins auf welcher Seite genutzt werden, bevor deaktiviert wird.

WP Fastest Cache

Zu guter Letzt solltest du ein Caching Plugin nutzen. Der Cache sorgt dafür, dass widerholt geladene Dateien wie HTML und Bilder vom Server gespeichert werden und so bei neuen Besuchern schneller angezeigt werden können.

WP Fastest Cache ist meiner Ansicht nach eines der besten gratis Caching Plugins. Es ist sehr verlässlich und wird dauerhaft up-to-date gehalten.

Fazit

Schnelle Webseiten sind essentiell und bei steigender Anzahl mobiler Nutzer werden diese immer wichtiger werden. Nicht nur für eine gute Nutzererfahrung, auch für SEO.

Alle genannten Plugins sind 100% kostenfrei und werden deine PageSpeed Bewertung garantiert verbessern. Wichtig ist, nicht jede Webseite benötigt alle der genannten Plugins. Teste daher erst deine Seite auf möglichen Optimierungsbedarf und teste dann welches Plugin das Beste für dich ist.

Gastbeitrag

Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von Samuel Fleck und wiederspiegelt nicht zwingend die Meinung von der YEP Digital Marketing Agentur.

FAQ zum Thema WordPress Speed Plugins

Warum ist Pagespeed wichtig?

Der Pagespeed ist essenziell für jede Webseite. Die Besucher haben keine Geduld, lange auf deine Webseite zu warten. Bei zu langer Zeit springen die Besucher ab, höhere Absprungrate = schlechte Bewertung = tieferes Ranking.

WordPress Plugins für eine höhere PageSpeed Bewertung?

Mit diesen Plugins kannst du die Ladezeit deiner WordPress Webseite drastisch verbessern und so deine Google Platzierung verbessern.

Wie messe ich die Ladezeit meiner Webseite?

Google selbst stellt das Tool Google PageSpeed Insights zur Verfügung, jedoch ist dieses fernab optimal zur konkreten Bestimmung der Ladezeit. Dieses sollte eher als Anhaltspunkt für Verbesserungen genutzt werden, die genaue Ladezeit kann damit leider nicht bestimmt werden. In dieser Hinsicht ist das Pingdom Tool sowie GT Metrix besser geeignet.

Warum ist meine Webseite langsam?

Die häufigsten Ursachen sind:

  • Ressourcen die das Rendering blockieren
  • Bilder in modernen Formaten bereitstellen
  • Nicht verwendetes CSS entfernen
  • Serverantwortzeit reduzieren
  • JavaScript komprimieren
  • Zu viele http Anfragen
WordPress Plugins für kürzere Ladezeiten?

Bezüglich WordPress Performance Plugins gibt es sowohl grossartige Premium, als auch gratis Plugins. In dieser Anleitung werde ich insbesondere auf gratis Plugins eingehen.

6 WordPress Plugins für eine höhere PageSpeed Bewertung

von Samuel Fleck Lesedauer 30 min
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