Die Geschwindigkeit Ihrer Webseite ist einer der wichtigsten Faktoren für Suchmaschinenoptimierung und auch der Glaubwürdigkeit Ihrer Kunden. Mit Branchenübergreifend über 50% mobilen Zugriffen ist auch die Ladezeit auf mobilen Endgeräten zu einer unverzichtbaren Messgrösse gewachsen. Laut Google bedeute jede Sekunde längere Ladezeit bereits ein Umsatzrückgang von 20% für Ihr Unternehmen! Ebenfalls ranken Webseiten mit einer sehr guten Ladezeit besser in Google als Ihre Konkurrenten.

Einige Beispiele aus der Praxis

  • Laut Amazon führt eine Verlangsamung der Webseite um nur eine Sekunde auf Jahres Ebene zu rund 1.6 Milliaren weniger Umsatz
  • BBC hat ermittelt, dass pro zusätzlicher Sekunde Ladezeit rund 10% mehr Besucher die Webseite verlassen
  • Pinterest hat gemessen: Die Optimierung ihrer Ladezeit hat zu einer 15% höheren Registrierungsrate geführt

Doch was heisst das für Ihr Unternehmen? Besteht Handlungsbedarf?

Genau für diese Frage hat Google den sogenannten Impact Calculator ins Leben gerufen. Mit diesem Tool kann die eigene Seite mit den Mitbewerbern bezüglich Pagespeed verglichen werden. Ebenfalls zeigt das Tool, welches Potential eine Optimierung der Ladezeit Ihrer Webseite hat.

 

Google Impact Calculator

Somit kann eine Optimierung von 6 auf 3.3 Sekunden Ladezeit bereits einen Impact von knapp 3 Millionen Franken pro Jahr ausmachen! Natürlich ist der Rechner nicht absolut korrekt und 1:1 für jedes Unternehmen anwendbar – er zeigt aber sicherlich in die richtige Richtung und kann unseres Meinung nach sehr ernst genommen werden. Es ist schliesslich kein Geheimnis, das eine schnellere Ladezeit zu deutlich mehr Umsatz führt.

Optimieren Sie immer für die mobilen Besucher

Laut neusten Studien nutzen im Jahr 2018 (2019 wird dies weiter zunehmen) über 55% der Besucher das Internet über mobile Geräte. Das können Smartphones, Tablets oder andere kleine Geräte sein. Da diese Nutzer nicht über 1GB Internet Leitungen verfügen sondern über mobile Netzwerke wie EDGE, 3G, 4G oder neu 5G zugreifen, ist die Ladegeschwindigkeit deutlich wichtiger.

Nutzen Sie GTMetrix

Das kostenlose Tool GTMetrix bietet viele nützliche Funktionen um die Ladezeit der Webseite zu messen und zu optimieren. Es gibt detaillierte Auskunft, welche Dateien, Scripte oder Bilder die Webseite verlangsamen. Ebenfalls gibt es sinnvolle Hinweise zu Caching, Zusammenführen von Scripten und Komprimierungen. 

Ladezeit optimieren mit GTMetrix

Die einzelnen Optimierungspunkte können entsprechend aufgeklappt werden und man erhält die konkrete Anweisungen zu den Verbesserungen.

Pagespeed GTMetrix

Diese Details sind natürlich sehr technisch, wer sich aber ein wenig damit auskennt, kann relativ schnell kleine Optimierungen selber durchführen oder natürlich dem Entwicklungs Team weitergeben.

Mit einem kostenlosen Account sind ebenfalls zusätzlichen Features nutzbar welche ich hier kurz erkläre.

Server Standort für den Test

Standardmässig wird als Testort der Standort Vancouver Canada ausgewählt. Für Webseiten aus der Schweiz bzw. Europa ist dies natürlich nicht optimal. Darum kann unter Page Settings der Standort auf London UK gewechselt werden. Dies ist der nahste Standort für Webseiten aus der Schweiz bzw. Europa. 

Verschiedene Browser

Ebenso kann zwischen Chrome und Firefox gewechselt werden. Auch dies kann nützlich sein, da Browser die Elemente und auch die Ladezeiten verschieden darstellen.

 

 

GTMetrix Black List

Das wichtigste Feature von GTMetrix aus meiner Sicht

Es gibt eine Funktion in GTMetrix welches „URL Blacklist“ heisst. Mit diesem lassen sich gewissen Elemente der Webseite vom Pagespeed Test ausschliessen. Damit lässt sich der Einfluss von externen Scripts auf die Ladezeit hervorragend messen. Im rechten Beispiel zeigen wir, wie man den Google Tag Manager sowie die Verbindung zu Facebook ausschliesst. Mit dieser Methode können dann natürlich entsprechende Elemente zur Optimierung priorisiert werden und Sie erkennen die wichtigsten Hebel zur Optimieren der Ladezeit auf Ihrer Webseite!

Verwendung von GZIP-Komprimierung

Mit GZIP können Dateien auf dem Webserver verkleinert werden. Das ist die selbe Methode wie wenn Sie eine Datei auf Ihrem Computer mit 7-ZIP oder einem anderen Tool komprimieren. Ihre mobilen Nutzer werden es Ihnen auf jeden Fall danken, denn mit der GZIP-Komprimierung können in manchen Fällen bis zu 80% der Dateigrösse eingespart werden. Und dies ganz ohne Informationsverlust!

Mit einem Tool wie z.B. von giftofspeed kann der aktuelle Status der GZIP Komprimierung überprüft werden. In unserem Fall verwenden wir GZIP per Default über den Hoster und erzielen eine Einsparung von rund 83.41%!

 

GZIP Komprimierung testen

Bilder Komprimierung

Bilder können in der Regel immer verkleiner werden – und damit meine ich nicht die Verkleinerung der Höhe und Breite, sondern der Dateigrösse. Dabei muss zwischen 2 verschiedenen Arten der Komprimierung unterschieden werden.

  • Die Verlustfreie Komprimierung bei der die Bildqualität nicht leider
  • Die „Lossy“ Komprimierung, bei der die Bildqualität leicht verschlechtert wird (dafür mehr herausgeholt werden kann)

Bilder Komprimierung

© https://www.geckoandfly.com/23620/jpeg-compression-tool-batch-lossy-lossless-optimization/

Webseiten Ladezeit – Teil 1: Die Anleitung zur optimalen Geschwindigkeit

von Sandro Haag Lesedauer 4 min
1
0 Shares
Share
Tweet
Share
Pin
Share