Hallo Nicolas, stell dich bitte kurz vor. Wer bist du und was machst du momentan beruflich?

Hauptberuflich bin ich Managing Director bei digitalswitzerland, nebenberuflich bin ich als Unternehmer (VRP bei Movu seit 2014) und Business Angels seit 2017 und bei 3 Startups sehr engagiert unterwegs. Vorgängig habe ich Physik an der EPFL studiert, dann insgesamt fast 15 Jahren Erfahrung im Consulting und bei Startups gesammelt.

Nicolas Bürer

 

1. Hättest du früher gedacht, dass du heute in dieser Branche tätig bist?

Niemals. Erstens hatte ich Physik studiert. Ich bin jetzt in der Business-Welt gelandet. Wobei die analytische und «Problem-Solving» Fähigkeiten, die man im Physikstudium lernt, werden täglich verwendet. Vor 10 Jahren wusste ich kaum was ein Startup war und noch weniger was ein «Business Angel» macht. Heute bin ich 200% in beiden Bereichen dabei. Auch dass ich als MD für einen Verein wie digitalswitzerland tätig bin, ist logischerweise komplett unerwartet. Keine Ahnung was auf mich in 5 oder 10 Jahren zukommt, ich freue mich aber schon extrem!

 

2. Welche sind die effektivsten und wichtigsten Social-Media-Kanäle für dich?

Ich kriege derzeit beruflich sehr gute organische Traction mit mehr als 20’000 Connections und mehr als eine Reichweite von 10’000 Views pro Post, auf LinkedIn, privat läuft Instagram ziemlich gut. Wobei ich führe momentan auf Instagram verschiedene Teste mit wenig Promotion-Geld und stelle fest, dass die Reichweite um ein Faktor 5-10 locker erhöht wird. Ziemlich klar was die Social Medias von uns erwarten. 🙂

 

3. Wie gehst du mit Misserfolgen um? Wie kannst du daraus lernen?

Ich erlebe dutzende von Misserfolgen täglich. Zum Teil klein, zum Teil eher grösser und mühsamer. Es ist normal. Das Berufsleben, besonders die Kombination von einem anspruchsvollen Job wie bei digitalswitzerland mit Startups-Tätigkeiten, ist ein echtes «Roller-Coaster».

Ich habe ein ganz einfaches Rezept mit mehreren Etappen: das Passé ist passé, sich nerven bringt nichts. Ein Bisschen Zeit auf die «Lessons learned» reflektieren, allein oder mit anderen Kollegen. Dann sofort die Lösung überlegen, angehen und wo möglich umsetzen. Sich nicht irritieren lassen, wieder: das Passé ist passé! Tennisspieler sind aus meiner Sicht beste Vorbilder: Der Punkt ist verloren, man konzentriert sich aber sofort auf den nächsten Punkt. Die besten Spieler der Welt, Federer, Djokovic und Nadal, haben eine unglaubliche Mentalstärke und setzen es perfekt um!

 

4. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus? Was machst du morgen zuerst und was ist deine letzte Aufgabe bevor du das Büro verlässt?

Der normale Arbeitstag kennt sehr wenig Pause und Ruhe. Ich mag das! Ich schätze es sind zwischen 3-5 Termine, da zwischen sehr viele weitere Telefongespräche, im Schnitt 30-50 pro Tag. Büro, was ist das? Wir haben kein Büro mehr, höchstens ein «Container» im Kraftwerk wo wir uns regelmässig wieder treffen und besprechen. Ein Büro ist es aber nicht. Wir sind mobile, flexibel und digital unterwegs. Als letzter Aufgabe, nicht wenn ich das sogenannte Büro verlasse, sondern eher spät am Abend zu Hause, ist kurz den Agenda der nächsten 2-3 Tagen zu visualisieren und mir klare Zielsetzungen geben.

 

5. Was freut dich im Beruf am meisten / Was sind die Sonnenseiten in deinem Beruf?

Mir freut vor allem drei Elemente:

Erstens habe ich mit enorm viele smarte und motivierte Menschen zu tun. Ich könnte allein nicht lang arbeiten, geht bei mir nicht. Zweitens, mich freut es, wenn wir Zielsetzungen erfolgreich erreicht haben. Drittens, last but not least, das Gefühl für eine wichtige Mission zu arbeiten und jeden Tag Impact zu erreichen, ist was sehr Unabdingbares. Ich mag den Spruch «Wieso wirst du morgens wach? Überlege dich, ob du auf dem Klo gehen muss oder ob du dich auf den Tag freust und mit vollem Elan den Tag startest?» 🙂

 

6. Was ärgert dich im Beruf am meisten / Was sind die Schattenseiten an deinem Beruf?

Mich ärgern vor allem negativen Menschen. Motzer, sagt man auch üblicherweise. Solche Menschen helfen den Zweck häufig nicht mehr viel, fühlen sich in der Situation unwohl ohne es zu erkennen. Und ihre negative Einstellung ist bei anderen Menschen häufig leider ansteckend. «Fingers weg» davon ist die einzige Lösung!

 

Vielen Dank für das Interview und deine Zeit Nicolas!

Marketing Spotlight: 6 Fragen an Nicolas Bürer von Digitalswitzerland

von Sandro Haag Lesedauer 5 min
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